Stichwort: Saubere Waffen
Es war meines Erachtens die Übung „Bold Guard 86“; die letzte große Übung, an der ich teilnehmen konnte, durfte, mußte ... 
Wir waren auf einem Bauernhof untergekommen und fungierten als Verbindungstrupp zum dortigen Gefechtsstand der Panzerbrigade 18 (wenn ich mich recht erinnere). Ruhig und idyllisch ging es dort nur solange zu, bis über dem Wald wenige hundert Meter hinter dem Bauernhof viele Hubschrauber vom Typ CH-53 und Bell UH-1D auftauchten. Natürlich handelte es sich dabei um „die Feinde“, die uns in den Rücken fallen wollten. Alles rannte in Richtung der neuen Front (nein, das heißt ja heutzutage VRV), nur der Verbindungstrupp nicht. Schließlich waren unsere Waffen fein säuberlich in Holzkisten verpackt gewesen, damit wir bei Übungsende nicht noch ewig lange mit Waffenreinigen verbringen müssen. Also verblieben wir auf dem Bauernhof in meinem 2 to und waren ganz ruhig und so gelassen, als ob uns das ganze Manöver nichts anginge. Die Rache dafür ließ aber nicht lange auf sich warten. Kurz darauf war Verlegung angesagt und dabei fuhr sich mein 2 to auf der feuchten Wiese fest und mußte erst von einem geländegängigen Unimog aus dem Schlamm freigeschleppt werden. Im weiteren Verlauf dieser Übung verlegten wir noch des öfteren und ich kann mich noch daran erinnern, daß wir eines Nachts bei strömenden Regen durch die Gegend schaukelten und wieder auf einem Bauernhof unterkommen sollten. Das Pech allerdings war, daß dieser Hof schon relativ voll war und wir uns bei absoluter Dunkelheit einen Platz suchen und unseren Lkw unter den Sturzfluten des Himmels tarnen mußten. 

Mit meinem StUffz-Kollegen Carsten S., der auf der Übung grundsätzlich nur sein Schiffchen trug, wurden wir einmal von einem Offizier  (wahrscheinlich vom o.g. Brigadestab) angesprochen, ob für uns „der Krieg schon vorbei“ sei. Wegen S. Schiffchen , meinem offenen Stahlhelm und den bei beiden in den Hosentaschen gebunkerten Händen machten wir ja auch einen sehr friedlichen Eindruck. 

Auf der gleichen Übung hatten wir einmal mehr die Möglichkeit in einer Scheune unterzukommen und weich und bequem im Heu zu schlafen. Dem Kameraden v. E. ist dies aber gar nicht gut bekommen, denn morgens war ihm so, als würde alles an ihm krabbeln. Tatsächlich war es auch so, denn die Würmer, die sich auf der toten Katze ausgebreitet haben, auf der er, nur wenige Strohschichten voneinander getrennt, geschlafen hat, wollten auch einmal Frischfleisch genießen.
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Sonnenbad
Wieder mal eine Übung; diesmal im Raum Ostholstein. Mit meinem Stuffz-Kameraden Carsten S. war ich dazu eingeteilt, den Funk-1,5 to zu fahren. In Oldenburg machten wir es uns direkt neben der Autobahn auf einem Parkplatz gemütlich und bauten dort die Teleskopantenne auf. Da sonst nichts weiter passierte, machten wir es uns auf dem Dach des Wagenaufbaus bequem. Bei strahlendem Sonnenschein befahlen wir uns eine Anzugserleichterung in der Form, daß wir obenrum nur noch im T-Shirt (natürlich olivgrün) rumliefen. Den Hörer des SEM 25 konnten wir durch die Dachluke auf das Dach bringen, damit er im Falle eines Falles immer griffbereit war. So mancher Brummifahrer, der an uns vorbeidonnerte, winkte uns freundlich zu. Wahrscheinlich war auch ein bißchen Neid dabei, als sie sahen, wie schön das Soldatenleben sein kann. Der weitere Verlauf der Übung brachte uns dann noch nach Fehmarn, wo wir eigentlich auf Marinefähren verladen sollten, um irgendwo zwischen Kiel und Eckernförde wieder an Land gespült zu werden. Diese Übungseinlage zerschlug sich leider, warum weiß ich nicht. 
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Flucht
Kurz vor Ende eines Tagesdienstes kam ein Anruf von der Lübecker Polizei, daß sie einen eigenmächtig abwesenden Soldaten geschnappt hätten. Uffz K. und meine Wenigkeit bekamen den Auftrag, dieses Bürschchen abzuholen. Da wir schnell wieder in Neumünster sein wollten zum wohlverdiensten Feierabend, fuhren wir gleich in Uniform zu dem Rendezvous. Auf der Polizeiwache wurde uns der Soldat übergeben und wir machten uns aus dem Staub in Richtung Neumünster. Im Gänsemarsch ich, Soldat, K. marschierten wir aus dem Polizeigebäude heraus und wir waren kaum die Treppe heruntergekommen, da ergreift dieser Mensch die Flucht. Natürlich sind wir beide sofort hinterher, aber es rächte sich nun, daß wir uns nicht in Zivil umgezogen hatten, denn mit den schweren Kampfstiefeln hatten wir gegen den Turnschuhträger keine Chance. Zumindest auf ein bis eineinhalb Meter bin ich noch an ihn herangekommen, zu mehr hat es allerdings nicht gereicht. Wir suchten noch die nähere Umgebung ab, wobei wir sogar einen Linienbus durchsuchten, der gerade an der nächstgelegenen Haltestelle hielt, um seine Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Natürlich fanden wir von dem Soldaten keine Spur. Im Anschluß an diesen Fehlschlag fuhren wir noch zu der Lübecker Wohnanschrift des Gesuchten, in der Hoffnung, daß dieser dort auftauchen würde. Angesichts unseres nicht gerade unauffälligen Streifenwagens war dies jedoch überflüssig. Völlig frustriert und demoralisiert fuhren wir wieder zurück nach Neumünster, jedoch nicht ohne wüste Verwünschungen und Rachegedanken gegenüber diesem Soldaten. 
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