Kontakt zu ausländischen Militärpolizeien und anderen Truppenteilen
Als wir mit dem gesamten Bataillon auf dem TrÜbPl Putlos zum Schießen waren, hatten wir die Gelegenheit, bei einer amerikanischen Einheit am Schießen teilzunehmen. Geschossen wurde mit dem legendären M 16. Eine ganze Reihe von uns, um nicht zu sagen fast alle, konnten sich eine amerikanische Schießauszeichnung in verschiedenen Abstufungen ergattern. Darüber haben wir auch eine entsprechende Urkunde erhalten. Die GI’s waren über unsere guten Schießkünste ziemlich erstaunt, wahrscheinlich ebenso wie wir selbst. Das M 16 ist ungefähr so schwer wie ein Spielzeuggewehr und hat ein kleineres Kaliber als unser G 3. Positiv ist mir aufgefallen, daß man die Waffe selbst justieren kann, sofern man einen Kugelschreiber oder ähnliches zur Hand hat. 

Guter Kontakt bestand auch zur Royal Military Police in Bergen. Zweimal war ich dort auf dem TrÜbPl, wo wir mit einem Kommando die 6. Panzergrenadierdivision begleitet haben. Die Aufgaben bestanden darin, den An- und Abmarsch sowie sonstige Marschvorhaben verkehrsregelnd abzusichern, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen und ansonsten für „Ordnung“ zu sorgen. Dabei hatten wir sowohl dienstlich als auch außerdienstlich Kontakte zur britschen RMP und zur niederländischen Marechaussee. Ich kann mich noch an ein Hallenfußballturnier erinnern, an dem ich als „Fotograf“ teilgenommen habe. Die Mannschaften kamen von den Briten, den Holländern, der Standortverwaltung und natürlich von uns. Sieger sind meines Erachtens die Engländer geworden. Wir hatten auch die Gelegenheit, die Briten in ihrem Casino zu besuchen zu einem kleinen Umtrunk. Ebenso war es bei den Holländern. Diese Kontakte halfen uns sehr, die zwei Wochen zu überstehen, waren sie doch Abwechslung vom dienstlichen Alltag. 
 

Ich hatte das große Glück, an einem Soldatenaustausch mit der dänischen Militärpolizei teilnehmen zu dürfen. Soldaten des gesamten Bataillons nahmen daran teil. Treffpunkt für den Abmarsch nach Aalborg war das Flensburger Dienstkommando. In Dänemark selbst hatten wir ein abwechslungsreiches und sehr interessantes Programm zu absolvieren. So besuchten wir das „Jaegerkorpset“, eine Spezialeinheit der dänischen Armee für Sondereinsätze. Auf deren Übungsplatz hatten wir dann auch die einmalige Gelegenheit, selber einmal Spezialeinheit zu spielen. Wir durften den 25m Sprungturm ausprobieren. Man steigt in ein Geschirr aus Gurten und hopst dann in die Tiefe. Nach einer scheinbar endlosen Zeit des freien Falls (die trotzdem viel zu schnell vorbeiging) wird man von den Gurten gehalten, was einen ordentlichen Ruck gibt. Aber Spaß gemacht hat es doch und viele von uns sind mehrmals gesprungen. 

Außerdem besichtigten wir die Stadt, machten einen Ausflug zur Nordsee(steil)küste und nahmen auch an einem Schießen der dänischen Kameraden teil. Aber nur einer von uns, StUffz K. aus Kiel, schaffte es, eine dänische Schießauszeichnung zu bekommen. Geschossen wurde mit Pistole und Maschinenpistole. 

Diese Woche bei den Dänen war sehr interessant und bot uns eine willkommene Abwechslung vom täglichen Routinedienst. Wünschenswert wäre es gewesen, wenn wir mehr Einblick in den Dienstbetrieb der dänischen Militärpolizei erhalten hätten. 
 

Mit der amerikanischen MP hatten wir dienstlich so gut wie keine Kontakte. Außerdienstlich waren sie aber jährlich Gäste in Neumünster, wenn die Kompanie und die Kameradschaft das schon fast zur Tradition gewordene „Spiel ohne Grenzen“ ausrichtete. Einmal waren sie schon ziemlich angetrunken, als sie morgens aus dem Bus stiegen. Es ist ja auch eine lange und langweilige Reise von Bremerhaven nach Neumünster. 
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Rehe sind auch nachts aktiv
Mit Oberfeldwebel B. fuhr ich nachts eine Objektschutzstreife um das Boostedter Munitionsdepot. Der unbefestigte Waldweg verlief einmal rund um das Depot. Wegen der vielen Uneben- heiten konnte man nicht besonders schnell fahren, aber für das Reh war es immer noch zu schnell. Folgendes war passiert: In der Dunkelheit tauchte im Scheinwerferkegel plötzlich ein Reh auf. Da es durch das Licht geblendet war, blieb es einfach auf dem Weg stehen. Der Oberfeldwebel, der zu dieser Zeit gefahren ist, schaltete das Licht aus und ließ den Wagen langsam ausrollen. Noch im Dunkelwerden sahen wir, wie sich das Reh seitwärts in die Büsche schlug. Wir waren noch langsam am rollen, als wir plötzlich eine Schlag gegen das Auto spürten. Da war doch dieses Rindvieh (besser: Rehvieh) im dunkeln wieder auf den Weg gehüpft und damit uns direkt vor das Auto. Dieser Vorfall hat nur wenige Sekunden gedauert. Schließlich stiegen wir aus und betrachteten das arme Vieh, das in seinen letzten Zuckungen lag. Wir haben schon überlegt, ob wir ihm nicht den Gnadenschuß geben sollen. Aber letztendlich ist das Tier dann von alleine verendet. Wir haben das tote Reh in den Wagen auf die Rücksitzbank gelegt und zum Polizeirevier nach Neumünster gebracht. Der Wagen sah hinterher aus wie ein Schlachthaus. Alles war voller Blut, das dem Vieh aus dem Maul lief. Und die Frage, wer diese Sauerei sauber machen mußte, erübrigt sich ja wohl. 
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Schlafmütze Linberg
Es war das erste Antreten nach meinem Urlaub. Irgendwie hatte ich nicht mitbekommen, daß der Chef (Uwe R.) zum Major befördert wurde. Als er morgens die Kompanie begrüßte, brüllte die Kompanie ein „Guten Morgen, Herr Major“ zurück. Nur einer, nämlich meine Wenigkeit, brüllte wie gewohnt „Guten Morgen, Herr Hauptmann“. Er hat es aber mit Humor genommen und meinte nur, daß ihm einer die Beförderung nicht gönne, störe ihn nicht weiter, solange es auf seinem Konto stimme. 
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