Feldjäger

 
Inhalt-
Vorwort
Unteroffizierslehrgang in Sonthofen
Manöver in Dänemark
Beförderung
Marschbegleitung
Ausstellung "Unsere Luftwaffe"
Kontakte zu ausländischen Truppenteilen
Rehe sind auch nachts aktiv
Schlafmütze Linberg
Stichwort: Saubere Waffen
Sonnenbad
Flucht

Bilder
 


Home


mail@familie-linberg.de















Vorwort
Zwölf Jahre sind nun seit meiner Entlassung aus der Bundeswehr vergangen. Immer wieder ertappe ich ich dabei, wie ich versuche, einzelne Erlebnisse in mein Gedächtnis zurückzurufen, was leider nicht immer oder nur teilweise gelingt. Aus diesem Grunde habe ich mich dazu entschlossen, alles aufzuschreiben, was mir an kleinen Episoden aus meinem Soldatenalltag einfällt. Vielleicht findet sich ja mal der eine oder andere, der Interesse daran findet, meine „Memoiren“ zu lesen. Da ich immer spontan niederschreibe, was mir gerade so einfällt, ist es mir nicht möglich in einer halbwegs chronologischen Reihenfolge vorzugehen. 
zurück zum Seitenanfang

Unteroffizierslehrgang in Sonthofen
Teil der Ausbildung war auch eine Durchschlageübung bei Nacht in weißer Winterlandschaft. An den Marsch selbst kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Wahrscheinlich ist auch nichts besonderes vorgefallen. Die letzte Station aber war auf dem Standortübungsplatz oberhalb der Burg. Dort kam noch eine Sanitätseinlage, nämlich behelfsmäßiger Verwundeten- transport. Als ich als Verwundeter ausgewählt wurde, war die Freude noch groß. Schließlich wurden mir die Füße mit Draht umwickelt und verplombt, damit ich bei einer eventuellen Genesung nicht sofort wieder alleine gehen müßte. Was dann kam, war aber gar nicht mehr so witzig. Ich wußte bis dahin noch nicht, daß es so viele Möglichkeiten zum Verwundetentransport gibt. Über dem Rücken eines Kameraden hört sich ja noch weitgehend normal an, aber auf dem Poncho liegend und dann über Stock und Stein gezogen zu werden war dann weniger erfreulich. Der Oberfähnrich (ein frischer, der gerade sein Ausbilderpraktikum absolvierte) ließ aber auch nicht locker, und so erfanden die „unverletzten“ Kameraden noch jede Menge abenteuerlicher Transport- techniken. Als wir dann endlich in der Kaserne ankamen, stand mir das Wasser bis zum Knöchel in den Stiefeln (das Schmelzwasser, nicht der Angstschweiß). Ich hatte dann auch eine ganze Zeit lang Schwierigkeiten, meine Füße und Zehen wieder bewegen zu können. 
zurück zum Seitenanfang

Manöver in Dänemark
Für ca. eine Woche war ich mit Feldwebel C. in Dänemark unterwegs als Begleitung für die dort übende Fernmelde- kompanie 6. Neben einigen Nächten, die wir im Auto schlafend verbringen mußten, waren wir auf einem dänischen Fliegerhorst in großen Mannschaftszelten untergebracht. Da der Feldwebel ein ziemlicher Schnarcher war, habe ich mich auch schon mal vor das Auto zum Schlafen hingelegt. 

Einmal haben wir auch Verwandte des Feldwebels besucht, wo wir dann entsprechend verköstigt wurden, um mal Abstand vom Einerlei der Feldküche zu gewinnen. 

Auch einen schweren Unfall hatten wir zu verzeichnen. Es muß in der Nacht gewesen sein, als einer unserer Betriebsstofftransporter durch einen entgegenkommenden Pkw von der Fahrbahn gedrängt wurde. Der Lkw fuhr die Böschung hinunter und die Benzinkanister verstreuten sich im Gelände. Es ist ein Wunder, daß es nicht zu einer Explosion gekommen ist. Soweit ich mich erinnern kann, kam unser Fahrer verletzt in ein dänisches Krankenhaus. 
zurück zum Seitenanfang

Beförderung
Nach einer Nachtschicht, ich habe mich schon auf meiner Stube in den Schlafsack gewälzt (ich habe beim Bund fast ausschließ- lich im Schlafsack geschlafen), kam ein Soldat rein und sagte mir, daß ich mich schnellstmöglich in Uniform beim Spieß (damals Hauptfeldwebel H.) zu melden hätte. Mit unguten Gefühlen ging ich schließlich zum Kompaniefeldwebel, der mich fragte, was ich mir dabei gedacht hätte. Wobei hatte er nicht gesagt, und so verbrachte ich die nächsten Minuten damit, mir darüber klar zu werden, wobei ich mir etwas oder besser gesagt nichts gedacht hätte. Er müsse jetzt jedenfalls wegen mir die ganze Kompanie antreten lassen. 
Letztendlich mußte die Kompanie nur wegen meiner Beförderung zum Stabsunteroffizier antreten, aber er hat mich trotzdem ganz schön ins Grübeln gebracht. An eine Beförderung hätte ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gedacht, da ich eigentlich planmäßig bereits zwei Wochen früher an der Reihe gewesen wäre. 

Mit dem damaligen Oberleutnant W. haben sie sich auch einen solchen Scherz erlaubt. Unter dem Vorwand, daß Geheimdokumente verschwunden seien, hat man ihn zum Bataillonsstab nach Heide gelockt, wo er schließlich zum Hauptmann befördert wurde. 
zurück zum Seitenanfang