| 02.02.00
Nach einer ziemlich windigen Nacht, einem schwer im Magen liegendem Englischen Frühstück und mit einem wolkenbedeckten Himmel ging es heute früh nach Oudtshoorn. Auf dem Weg dorthin ging es erneut durch herrliche Gebirgslandschaften, die zusammen mit grasenden Kühen fast schon europäisch anmuteten. Zunehmend wurden die Rinder aber von Straußen abgelöst, die in dieser Gegend gezüchtet und letztendlich wie Kühe und Schafe als Haustiere gehalten werden. Wir konnten sogar beobachten, wie eine Straußenherde über die Straße getrieben wurde auf neues Weideland. In Oudtshoorn sind wir in einem "Feriendorf" (Kleinplaas Holiday Resort) untergekommen. Hier gibt es neben Campingplätzen auch sogenannte Chalets. Eines davon war für uns reserviert. Nach dem Auspacken machten wir uns auf den Weg zu den Cango Caves, einem ca. 25 Mio. Jahre altem System von Tropfsteinhöhlen. Hier konnte man zwischen drei unterschiedlichen Führungen wählen (Scenic, Standard, Adventure). Wir nahmen die Standard-Führung mit einer Dauer von ca. 60 min. Wir wollten erst die Adventure-Tour buchen, haben aber davon Abstand genommen, als wir erfuhren, dass man sich auf einer Länge von 5 m nur kriechend in einem 27 cm hohen Gang bewegen kann (Devil's chimney). Die Tropfsteinformationen hatten so eindrucksvolle Namen wie Cleopatra's Needle, Pipe organ, Tunnel of love, Devil's Workshop. Die erste der unterirdischen Kammern fasst ca. 1.500 Personen. Hier wurden früher sogar Konzerte veranstaltet. In dieser Kammer gab es auch eine beeindruckende Vorführung, die uns verdeutlichen sollte, wie 1780 die Entdecker die Höhle vorgefunden haben. Bis auf ein schwaches Kerzenlicht wurde die gesamte elektrische Beleuchtung abgeschaltet. Bis auf besagtes Kerzenlicht war es stockfinster. Mehr hatten die Höhlenforscher damals auch nicht zur Verfügung. In der zweiten Kammer wurden sogar schon Spielfilme gedreht. Die gesamte Höhle ist unglaublich tief, wobei nur der vordere Teil für Besucher zugänglich ist. Nach dieser Besichtigung haben wir Fleisch und Würste aus Straußenfleisch zum Braai geholt. Oudtshoorn ist schließlich das Weltzentrum der Straußenzucht. Für morgen früh haben wir uns ein Straußenei gekauft. Daraus kann man soviel Rührei wie aus 24 Hühnereiern machen. Beim Parken in der Einkaufsstraße sind wir von schwarzen Kindern angebettelt worden. Wir haben ihnen ein paar Bonbons in die Hand gedrückt, was ihnen anscheinend nicht gereicht hat. Sie wollten unbedingt Geld haben, was wir ihnen natürlich nicht gegeben haben. Wieder zurück in der Unterkunft sind wir erstmal in den dortigen
Pool gesprungen.
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