26.01.00

Der zweite Tag im Krüger-Park begann um ca. fünf. Nachdem wir bereits gestern abend feststellen mussten, dass unserer Hütte kakerlakenverseucht ist, haben wir uns mehr oder weniger die Nacht um die Ohren gehauen. Heute morgen um ca. 5.30 Uhr sind wir dann losgefahren in Richtung Skukuza. Das Wasserloch, wo wir gestern abend schon waren, sah heute morgen ganz anders aus. Zum größten Teil war die Wasseroberfläche mit "Water Lettuce" bedeckt. Dieser kommt wahrscheinlich durch die Kühle der Nacht an die Oberfläche. Außerdem haben wir zwischen dem Wassersalat Krokodile gesehen.

Alle paar Kilometer waren Impalas, teilweise in ziemlich großen Gruppen, zu sehen. Eine Giraffe haben wir beim Fressen beobachten können. Warzenschweine haben wir auch gesehen. Höhepunkt des Morgenausflugs war jedoch die Begegnung mit Elefanten. Plötzlich stand einer von ihnen im Gebüsch direkt neben der Straße. Er kam auf die Straße und direkt auf uns zu. Mit eingelegtem Gang waren wir auf dem Sprung. Ich weiß nicht, ob die Haltung des Elefanten wirklich bedrohlich war, aber respekteinflößend sind diese riesigen Tiere schon. Nach einer Weile kam dann noch ein junger Elefant aus dem Busch, der die Straße überquerte. Vielleicht war das große Tier deswegen so bedrohlich. Mittlerweile hatten wir den Wagen gewendet, damit wir immer in der Nähe der Tiere bleiben konnten. Langsamfahrend wurden wir von dem Großen verfolgt. Einige hundert Meter vor uns tauchte ein zweiter großer Elefant auf, der uns jedoch nicht entgegenkam sondern quasi in unserer Fahrtrichtung lief. Am beeindruckensten war jedoch die Tatsache, dass man dieses riesige Tier nicht mehr sehen konnte, sobald es 10 bis 15 m in den Busch gelaufen ist.

In Skukuza angekommen, haben wir im dortigen Shop eingekauft, u.a. auch Feuerholz, denn zum Mittag gab es Braai. Nachmittags sind wir wieder in die Wildnis gefahren. Unweit von Lower Sabie überquert die Straße den Sabie River. Direkt an der Brücke fließt der Fluss über einige Stromschnellen. Neben zwei Sattelstörchen, anderem Federvieh und einer ziemlich großen Echse gab es hier auch Krokodile. Diese lagen mit geöffneten Mäulern in den Stromschnellen und warteten solange, bis ein Fisch durch das maul geschwemmt wurde. Tatsächlich konnten wir ein Krokodil beobachten, das sich mit einem dicken Brocken im Maul im Schilf versteckte, um in Ruhe das Mahl zu genießen.

An der Kreuzung H 10/S 128/S 29 trafen wir auf sechs Giraffen, die sich das Laub von den Bäumen holten. Auf der weiteren Fahrt auf der H 10 sahen wir noch einen einzelnen Elefanten, wahrscheinlich einen schon in die Jahre gekommenen Bullen. Dieser stopfte sich eine Rüsselladung Gras nach der anderen ins Maul und ließ sich durch nichts stören. Anschließend fuhren wir zum Mlondozi Damm. Von dem dortigen hochgelegenen Parkplatz hat man einen tollen Überblick über den an dieser Stelle gestauten Fluss Mlondozi. In der Nähe der Stauseemauer hat sich auf einem Baum ein Raubvogel, vermutlich ein Schreiseeadler, niedergelassen. Mir ist aufgefallen, dass sich die Landschaft hier wesentlich von der gestern oder heute vormittag gesehenen unterscheidet. Hier hatten wir es mit einer von Sträuchern und Bäumen durchsetzten savanne zu tun. Gestern und heute morgen handelte es sich um dichten Busch.

Auf dem Rückweg sahen wir an oben beschriebener Kreuzung eine Fleckenhyäne, die, als wir zu dicht heran waren, im Busch verschwand und einige Meter hinter uns wieder auf die Straße trat. Rückwärtsfahrend versuchten wir sie einzuholen, doch sie verschwand immer wieder im Busch, wenn wir ihr zu nahe kamen. An der besagten Brücke über den Sabie haben wir nochmals angehalten, um die Krokodile zu beobachten und den sagen haften Sonnenuntergang zu genießen.


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