* Von den Bewohnern Südamerikas werden Panzerwelse wegen ihrer starken Panzerung
als Soldat bezeichnet. [1]
Kein geringerer als Charles Darwin selbst gilt als der Entdecker dieser Panzerwelsart. Der Name Corydoras bedeutet soviel wie gepanzerter Helm und bezieht sich auf die stark gepanzerte Kopfregion der Welse. Die Artbezeichnung paleatus dagegen spielt auf das gesprenkelte Erscheinungsbild dieser Panzerwelse an. Bis auf die helle und ungeschützte Unterseite ist der gesamte Körper mit unregelmäßig verteilten grauen Flecken, die mal kleiner, mal größer sind, überzogen. Je nach Einfall des Lichts können irisierende Farben von gelblich bis grünlich beobachtet werden. Diese Färbung erinnert an Marmor und daher leitet sich der deutsche Trivialname "Mamorierter Panzerwels" ab.
Am 13.02.02 bemerkte ich bei einem Corydoras-Weibchen einen deutlichen Laichansatz und entschloss mich, wieder einmal Corydoras paleatus zur Zucht anzusetzen. Kurzerhand richtete ich ein Aquarium mit den Maßen 40 x 25 x 25 cm, dass ich einige Tage vorher neu verklebt hatte, her und setzte ein Weibchen und drei Männchen hinein. Bei einem der Männchen bemerkte ich, dass eine der langen Barteln kurz vor dem Ende verzweigt ist. Bei Panzerwelsen habe ich so etwas noch nie gesehen.
Neben dem Altwasser aus dem Herkunftsbecken der Welse gab ich ca 10 % enthärtetes Wasser hinzu, um den in Berlin sehr hohen Härtegrad schrittweise abzusenken. Gefüttert wurde mit Wasserflöhen (Frostfutter) und weißen Mückenlarven (lebend).
14.02.02
Wieder Wasserwechsel mit drei Teilen aufbereitetem Leitungswasser und einem Teil enthärtetem Wasser durchgeführt. Gefüttert wurde mit Tablettenfutter. Das Weibchen war schon ziemlich dick, so dass es zeitweise nur noch halb zur Seite gekippt auf dem Boden lag.
15.02.02
Heute setzte ich zu der Gruppe noch ein junges Männchen. Die Fütterung erfolgte mit gefrosteten roten Mückenlarven. Der Wasserwechsel erfolgte wie oben beschrieben mit aufbereitetem Leitungswasser und enthärtetem Wasser.
16.02.02
Auch am heute erfolgte der Wasserwechsel in der oben beschriebenen Form. Gefüttert wurde mit Tablettenfutter. Gegen 19.15 Uhr bemerkte ich die ersten Eier an den Aquarienscheiben. Es waren 12 Stück. Bis 23.00 Uhr beobachtete ich dann die weiteren Laichvorgänge, die in mal längeren und mal kürzeren Abständen erfolgten. Meine Hauptaufgabe bestand darin, die Welse davon abzuhalten, ihre eigenen Eier aufzufressen. Die Abstände der Laichabgaben variierten zwischen 30 und 5 Minuten. Die Zahl der abgelegten Eier pro Laichvorgang variierten zwischen 2 und 8 Eiern. (Statistik) Dabei fiel mir zweimal auf, dass der Paarungsvorgang ("T-Stellung") vollzogen wurde, in der Flossentasche jedoch keine Eier waren. Das Weibchen schwamm dann trotzdem die Scheiben ab, um einen geeigneten Platz zum Ablegen der nicht vorhandenen Eier zu finden. Darüber hinaus konnte ich feststellen, dass die T-Stellung bereits wieder aufgegeben wurde und erst dann die Eier in die Flossentasche fielen. Inwieweit diese befruchtet sind wird sich beim Schlüpfen der jungen Larven zeigen. Gegen 23.00 Uhr habe ich die fünf Welse herausgefangen und sie wieder in ihr Stammaquarium zu ihren Artgenossen zurückgesetzt. Insgesamt haben sie in den ca. vier Stunden an die 120 Eier gelegt.
Das Weibchen war so dick, dass sich teilweise schon Risse an der weichen ungepanzerten Unterseite zeigten (Schwangerschaftsstreifen bei Panzerwelsen?!). Sie konnte einem richtig leid tun, da sie ständig von den Männchen bedrängt wurde. Nachdem die Eier in die Flossentasche gefallen waren, blieb es in der Regel einen Moment lang völlig regungslos liegen. Entweder vor Erschöpfung oder aber, um den Spermien Gelegenheit zu geben, an die Eier zu gelangen. Ich kann mir vorstellen, dass das Flossenschlagen Wirbel verursacht, die die Spermien im ganzen Aquarium verteilen. Es gibt natürlich auch die Theorie japanischer Wissenschaftler, die davon ausgeht, dass das Weibchen bei der T-Stellung die Spermien des Männchens schluckt und diese über den Darm ebenfalls in die Flossentasche gelangen und dort die Eier befruchten.
23.02.02
So ziemlich alle Eier sind verpilzt. Ich bin selber schuld, weil ich mir die Zugabe von Methylenblau sparen wollte. Natürlich weiß ich, dass gerade Panzerwelse empfindlich auf diese Chemiekalie reagieren. Als ich die Verpilzung das erste Mal bemerkte (Dienstag, 19.02.02) habe ich noch Methylenblau ins Wasser gegeben, anscheinend war es jedoch schon zu spät. Heute, also sieben Tage nach dem Ablaichen, ist noch immer keine einzige Fischlarve im Wasser zu sehen. Die Schlupfdauer beträgt in Abhängigkeit von der Wassertemperatur ca. 5-6 Tage bei ca. 25° C und bis zu 12 Tage bei 20 bis 21 ° C. Da ich das Becken nicht zusätzlich beheize, besteht also noch Hoffnung, dass wenigstens einige der Welse schlüpfen. Große Hoffnungen mache ich mir aber nicht mehr. Schade!
[1] Harro Hieronimus: Der Marmorierte Panzerwels
in: Aquarium live Ausgabe Nr. 1 Februar/März 1999
Ruhmannsfelden, bede-Verlag GmbH
[2] Harro Hieronimus: Corydoras-Panzerwelse
Ruhman